„Sucht hat viele Gesichter“

Berufsschüler setzen Zeichen gegen Abhängigkeit - Ein ganz besonderer Projekttag stand für die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien am Freitag, den 27.02.26, auf dem Programm, denn er bot unter anderem tiefe Einblicke in die Thematik Sucht, in die Gefahren von Alkohol, Drogen und die rechtlichen Folgen von Cannabiskonsum.


Die Jugendlichen durften an interessanten Vorträgen teilnehmen. Den Auftakt machten Vertreter der Anonymen Alkoholiker, die mit ihren persönlichen Lebensgeschichten für eine beklemmende Stille sorgten. „Sucht beginnt nicht mit der Flasche Schnaps am Morgen, sondern oft schleichend im Alltag“, erklärte einer der Referenten authentisch. Der Fokus lag hierbei auf den langfristigen Folgen der Alkoholsucht und dem mutigen Weg zurück in ein abstinentes Leben.
Ein anderes zentrales Thema der Vorträge war die aktuelle Rechtslage rund um Cannabis. Die Bundespolizei informierte die Jugendlichen über die strengen Bestimmungen. Trotz der Teil-Legalisierung bleibt der Konsum für Minderjährige unter 18 Jahren strikt verboten. Die Beamten erläuterten zudem die Gefahren im Straßenverkehr und wie THC-Nachweise bei Polizeikontrollen durchgeführt werden.
Ein sehr interessanter Workshop war auch „Cannabis – Quo Vadis?“. In diesem Workshop klärte der Jugendsozialarbeiter der Schule, Martin Burghart, über die Risiken des Cannabiskonsums für die geistige Gesundheit auf. „Gerade für junge Menschen ist das Risiko von Langzeitschäden enorm hoch“, betonte der Jugendsozialarbeiter während der Fragerunde.

Ein  besonders einprägsames Element des Projekttages waren die „Rauschbrillen". Alle Schülerinnen und Schüler durften einen Parcours, mit dem Gefühl unter Alkoholeinfluss zu stehen, meistern. Viele zeigten sich erschrocken, wie eingeschränkt die Bewegungsabläufe unter Alkoholeinfluss sind.

Nach den Vorträgen wurde es praktisch. In verschiedenen Arbeitsgruppen vertieften die Jugendlichen das erlernte Wissen aus den Vorträgen, erarbeiteten eigene Inhalte und recherchierten zu unterschiedlichsten Facetten von Sucht. So entstanden kreative Plakate zu „Alkoholsucht“, „Spielsucht“, und „Gefahren von Drogen“.

Den krönenden Abschluss bildete die Ausstellung in der Turnhalle. Die Stellwände waren gesäumt von bunten, teils aufrüttelnden Plakaten. Von Infografiken über die Auswirkungen von „Vapes“ bis hin zu Collagen über die rechtlichen Konsequenzen von Drogenbesitz an Schulen war alles vertreten.

„Es war wichtig, das Thema nicht nur von oben herab zu behandeln, sondern die Schüler selbst aktiv werden zu lassen“, waren sich alle einig. Der Projekttag machte deutlich: Aufklärung ist der beste Schutz vor der Suchtfalle.